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Core Web Vitals: die drei Werte und was sie bedeuten

10 Minuten Lesezeit
Core Web Vitals: die drei Werte und was sie bedeuten, Beitrag aus der Kategorie Website & Technik

Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet: LCP für das Tempo des größten sichtbaren Inhalts, INP für die Reaktion auf Eingaben und CLS für das Springen des Layouts. Gute Werte: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1.

Das Wichtigste in Kürze
  • Es sind drei Werte, nicht dreißig. Wer sie kennt, kann jede Optimierung einordnen.
  • „core web vitals" wird rund 1.000 Mal im Monat gesucht, bei einem niedrigen Wettbewerbsindex von 28; „largest contentful paint" rund 210 Mal bei einem Index von nur 7 (eigene Auswertung über DataForSEO, August 2026).
  • INP hat im März 2024 den früheren Wert FID abgelöst und misst deutlich strenger.
  • Gewertet werden echte Nutzerdaten aus dem Chrome-Bericht, nicht der Laborwert aus einem Testwerkzeug.
  • Die drei Werte sind ein Rangfaktor, aber ein schwacher. Ihr eigentlicher Wert liegt in den Abbrüchen, die sie verhindern.
  • Bei Betriebswebsites liegt die Ursache für schlechtes LCP fast immer bei Bildern oder Schriften.
  • Ein CLS-Problem ist meist in Minuten behoben: Breite und Höhe an Bilder schreiben.

Wer einmal einen Bericht aus einem Analysewerkzeug gesehen hat, kennt die Farben: rot, gelb, grün, dazu eine Zahl zwischen 0 und 100. Was fehlt, ist die Einordnung, welcher Wert steht wofür, und was davon spürt ein Besucher überhaupt.

Dieser Beitrag erklärt die drei Messwerte in normaler Sprache und sagt, woran es bei Betriebswebsites in der Regel liegt.

Was misst LCP?

Largest Contentful Paint misst, wann das größte sichtbare Element im ersten Bildausschnitt fertig geladen ist, meist ein Bild oder eine große Überschrift.

Es ist der Wert, der am ehesten dem entspricht, was ein Mensch als „die Seite ist da" empfindet. Die Schwellen:

  • Gut: bis 2,5 Sekunden
  • Verbesserungswürdig: bis 4,0 Sekunden
  • Schlecht: darüber

Bei Betriebswebsites liegt die Ursache fast immer an einer von drei Stellen: ein zu großes Titelbild, eine Schrift, die erst nachgeladen wird und den Text so lange unsichtbar hält, oder ein Skript, das den Aufbau blockiert.

Was misst INP?

Interaction to Next Paint misst, wie lange es dauert, bis die Seite sichtbar auf eine Eingabe reagiert, ein Klick auf das Menü, ein Tippen ins Formular.

Es hat im März 2024 den älteren Wert FID abgelöst, und der Unterschied ist erheblich: FID maß nur die Verzögerung bis zum Beginn der Verarbeitung, INP misst die gesamte Zeit bis zur sichtbaren Reaktion. Seiten, die bei FID grün waren, sind bei INP oft gelb.

  • Gut: bis 200 Millisekunden
  • Verbesserungswürdig: bis 500 Millisekunden
  • Schlecht: darüber

Ursache ist fast immer zu viel JavaScript, das gleichzeitig arbeitet, häufig Skripte von Dritten: Chat-Fenster, Bewertungs-Einbindungen, Tracking.

Was misst CLS?

Cumulative Layout Shift misst, wie stark der Inhalt während des Ladens verrutscht. Jeder kennt es: Man will auf einen Verweis tippen, im selben Moment lädt ein Bild nach, alles springt, und man landet woanders.

  • Gut: unter 0,1
  • Verbesserungswürdig: bis 0,25
  • Schlecht: darüber

Das ist der Wert, der am einfachsten zu beheben ist. In neun von zehn Fällen fehlen Breite und Höhe an Bildern, oder ein Hinweisbanner wird nachträglich oberhalb des Inhalts eingefügt.

Die drei Werte und ihre Schwellen
LCP, gutbis 2,5 s
INP, gutbis 200 ms
CLS, gutbis 0,1
LCP, schlechtab 4,0 s
INP, schlechtab 500 ms

Schwellenwerte nach den offiziellen Angaben von Google, Stand August 2026. Bewertet wird jeweils das 75. Perzentil der echten Nutzerdaten, drei von vier Aufrufen müssen den Wert erreichen.

Labordaten oder echte Nutzerdaten?

Ein Unterschied, der viel Verwirrung stiftet:

  • Labordaten entstehen bei einem Testlauf unter festgelegten Bedingungen. Sie sind sofort verfügbar und gut für die Fehlersuche, aber sie sagen nichts darüber, was Ihre Besucher erleben.
  • Felddaten stammen aus dem Chrome-Bericht zur Nutzererfahrung, gesammelt bei echten Aufrufen mit echten Geräten und echten Verbindungen. Nur diese Daten fließen in die Bewertung ein.

Daraus folgt zweierlei: Felddaten brauchen Zeit, weil sie über 28 Tage gesammelt werden, eine Verbesserung zeigt sich also verzögert. Und Seiten mit wenig Verkehr haben unter Umständen gar keine Felddaten. Dann bleibt nur der Laborwert, und der genügt für die Praxis auch.

Werte im roten Bereich?

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Was zuerst tun?

Die Reihenfolge mit der größten Wirkung
01Titelbild verkleinernModerne Formate, passende Größe, nicht 4000 Pixel breit ausliefern.
02Bildmaße angebenBreite und Höhe an jedes Bild. Behebt die meisten CLS-Probleme.
03Schriften selbst hostenVom eigenen Server, mit font-display: swap. Spart eine fremde Verbindung.
04Fremdskripte prüfenChat, Bewertungen, Tracking: Was davon wird wirklich gebraucht?
05Erst laden, was sichtbar istAlles unterhalb des ersten Ausschnitts später nachladen.

Die ersten beiden Schritte lösen bei Betriebswebsites erfahrungsgemäß den größten Teil des Problems und kosten wenige Stunden.

Wie stark wirken die Werte auf das Ranking?

Ehrlich gesagt: weniger, als der Aufwand mancher Berichte vermuten lässt. Google hat mehrfach klargestellt, dass Inhalt und Relevanz deutlich schwerer wiegen. Bei zwei sonst gleichwertigen Seiten kann die schnellere vorn liegen, aber eine schnelle Seite mit dünnem Inhalt überholt keine langsame mit gutem.

Der eigentliche Grund, sich damit zu befassen, ist ein anderer: Abbrüche. Wer auf dem Handy im Mobilfunknetz vier Sekunden auf den ersten Inhalt wartet, ist häufig weg, bevor er den ersten Satz gelesen hat. Diese Besucher fehlen in jeder Statistik, weil sie nie ankommen.

Was Bilder wirklich kosten

Bei Betriebswebsites sind Bilder in der Regel für achtzig Prozent des übertragenen Datenvolumens verantwortlich, und damit für den größten Teil des LCP-Problems.

Drei Stellschrauben, in der Reihenfolge ihrer Wirkung:

  1. Die ausgelieferte Größe. Ein Foto aus der Kamera hat 4.000 Pixel Breite. Angezeigt wird es mit 800. Wer das Original ausliefert, überträgt das Fünffache der nötigen Daten. Skalieren Sie vor dem Hochladen.
  2. Das Format. WebP ist bei gleicher Qualität etwa dreißig Prozent kleiner als JPEG und wird von allen aktuellen Browsern verstanden. AVIF ist noch kleiner, braucht aber mehr Rechenzeit beim Erzeugen.
  3. Was zuerst geladen wird. Das Titelbild bekommt Vorrang und wird sofort geholt. Alle Bilder weiter unten werden nachgeladen, wenn der Besucher dorthin scrollt.

Ein verbreiteter Fehler ist es, den dritten Punkt auf alle Bilder anzuwenden: Wer auch das Titelbild verzögert lädt, verschlechtert genau den Wert, den er verbessern wollte.

Woran es bei Baukästen scheitert

Websites aus Baukästen erreichen die Schwellen häufig nicht, und das hat strukturelle Gründe:

  • Fertige Bausteine bringen ihr eigenes JavaScript mit. Ein Bildergalerie-Baustein lädt oft eine vollständige Bibliothek, auch wenn nur drei Bilder gezeigt werden.
  • Schriften kommen von fremden Servern. Das kostet eine zusätzliche Verbindung und ist zugleich ein Datenschutzthema.
  • Sie können nicht eingreifen. Was der Anbieter ausliefert, liefert er aus. Auch wenn Sie wissen, was zu ändern wäre.

Das heißt nicht, dass jeder Baukasten schlecht ist. Es heißt, dass die Grenze der Optimierung dort früher erreicht ist, meist im gelben Bereich. Für viele Betriebe ist das in Ordnung. Wer messbar Anfragen über die Website bekommt, sollte die Rechnung noch einmal aufmachen.

Häufige Fragen

Welchen Wert soll ich zuerst angehen?

CLS, weil es am schnellsten behoben ist, danach LCP. INP zuletzt, weil es meist an Fremdskripten hängt und eine Entscheidung darüber verlangt, welche davon bleiben.

Warum zeigt mein Testwerkzeug 95 Punkte und Google meldet trotzdem Probleme?

Weil das Werkzeug einen Laborwert liefert, Google aber echte Nutzerdaten bewertet. Ihre Besucher haben langsamere Geräte und schlechtere Verbindungen als ein Testlauf.

Wie lange dauert es, bis Verbesserungen sichtbar werden?

Die Felddaten laufen über 28 Tage. Rechnen Sie mit vier bis sechs Wochen, bis sich eine Änderung im Bericht niederschlägt.

Häufig ja. Banner, die nachträglich oberhalb des Inhalts eingeblendet werden, verursachen sowohl CLS als auch schlechtes INP. Ein Banner, der von unten kommt und den Inhalt nicht verschiebt, ist die bessere Lösung.

Bringt ein schnellerer Server etwas?

Manchmal, aber selten so viel wie erhofft. Bei Betriebswebsites liegt der Engpass fast immer bei den ausgelieferten Dateien, nicht bei der Antwortzeit des Servers.

Der nächste Schritt

Öffnen Sie Ihre Startseite auf dem Handy im Mobilfunknetz, nicht im WLAN, und zählen Sie mit, bis das erste große Bild steht. Wenn Sie über drei kommen, wissen Sie, wo anzufangen ist.

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