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Fachkräfte & Arbeitgebermarke

Karriereseite gestalten: was darauf gehört

10 Minuten Lesezeit
Karriereseite gestalten: was darauf gehört, Beitrag aus der Kategorie Fachkräfte & Arbeitgebermarke

Eine Karriereseite überzeugt, wenn sie vier Fragen beantwortet: Wer sind die Kollegen, wie läuft ein Tag ab, was verdient man, und wie bewirbt man sich in unter drei Minuten. Leitbilder, Stockfotos und Anforderungslisten schrecken eher ab, als dass sie filtern.

Das Wichtigste in Kürze
  • „karriereseite gestalten" wird rund 30 Mal im Monat gesucht, bei einem sehr niedrigen Wettbewerbsindex von 21 (eigene Auswertung über DataForSEO, August 2026).
  • Die Karriereseite ist der einzige Ort, der Ihnen gehört. Portale vermieten Aufmerksamkeit, hier bauen Sie sie auf.
  • Namen und Betriebszugehörigkeit der Kollegen sind das stärkste Argument, das ein Betrieb hat.
  • Gehalt gehört auf die Seite. Ohne Zahl vergleichen die Erfahrenen woanders.
  • Bewerbung ohne Anschreiben, ohne Konto, vom Handy aus, in unter drei Minuten.
  • Eigene Fotos statt gekaufter, der Unterschied fällt jedem sofort auf.
  • Eine Karriereseite braucht eine feste Adresse, damit sie über die Zeit in der Suche sichtbar wird.

Die meisten Karriereseiten im Handwerk bestehen aus zwei Sätzen über das familiäre Betriebsklima, einer Liste offener Stellen und der Aufforderung, Bewerbungsunterlagen an eine Sammeladresse zu schicken.

Das ist keine Nachlässigkeit, sondern ein Missverständnis: Die Seite wird als Aushang verstanden, nicht als Verkaufsgespräch. Dabei ist sie genau das, nur dass hier Sie derjenige sind, der überzeugen muss.

Welche vier Fragen beantwortet werden müssen

Sie sind bei jedem Bewerber dieselben, und sie werden in dieser Reihenfolge gestellt:

  1. Mit wem arbeite ich? Namen, Gesichter, wie lange sie schon da sind. Wer seit vierzehn Jahren dabei ist, sagt mehr über den Betrieb als jeder Werbetext.
  2. Wie sieht mein Tag aus? Wann geht es los, wie weit sind die Baustellen, gibt es Rufbereitschaft, wie ist die Ausrüstung.
  3. Was verdiene ich? Eine Spanne genügt. Wer sie nicht nennt, wird übersprungen.
  4. Wie bewerbe ich mich? Kurz, ohne Hürde, vom Handy aus.

Alles, was nicht auf eine dieser vier Fragen einzahlt, kann weg. Das gilt besonders für die Firmengeschichte, die auf fast jeder Karriereseite ganz oben steht.

Was auf der Seite steht und was hängen bleibt
Bleibt hängen
  • „18 Leute, drei davon seit über 15 Jahren"
  • „Der Chef fährt zweimal die Woche mit raus"
  • „3.400 bis 4.100 Euro plus Zulagen"
  • „Vormittags Sanierung, nachmittags Wartung"
  • Foto vom eigenen Team vor dem eigenen Fahrzeug

Der Aufbau von oben nach unten

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
01Wer wir sind, in drei ZeilenGröße, Gewerk, Einzugsgebiet. Keine Geschichte, keine Werte.
02Offene StellenGanz oben, nicht unten. Wer sucht, sucht nach dem Beruf.
03Der AlltagZeiten, Wege, Fahrzeuge, Ausrüstung. Konkret.
04Die KollegenFotos, Namen, seit wann dabei, kurzer Satz von jedem.
05Was wir bietenNur was nicht selbstverständlich ist. Kaffee gehört nicht dazu.
06BewerbungVier Felder, Ansprechpartner mit Durchwahl und Bild.

Schritt 02 überrascht viele: Die Stellenliste gehört nach oben, nicht ans Ende. Wer eine konkrete Stelle sucht, scrollt nicht durch die Selbstdarstellung.

Warum das Bewerbungsformular über alles entscheidet

Die Karriereseite kann noch so gut sein, wenn das Formular Hürden aufbaut, verlieren Sie genau dort die meisten.

Was ein Formular im Handwerk braucht:

  • Name, Telefonnummer, welche Stelle. Mehr ist am Anfang nicht nötig.
  • Kein Anschreiben. Wer eines schreiben will, kann es anhängen. Verlangen sollte man es nicht.
  • Lebenslauf optional. Ein Rückruf klärt in fünf Minuten mehr als drei Seiten Papier.
  • Kein Konto, keine Registrierung. Jede Anmeldung kostet die Hälfte.
  • Vom Handy aus bedienbar. Große Felder, große Schaltfläche, Datei-Anhang optional.

Machen Sie den Test selbst: Bewerben Sie sich über Ihr eigenes Formular, vom Handy, mit Stoppuhr. Über drei Minuten oder eine Registrierung, das ist Ihr größter Verlustpunkt.

Wo Bewerber abspringen, typischer Verlauf
Seite geöffnet100
Bis zur Stelle gescrolltca. 61
Formular geöffnetca. 26
Abgeschicktca. 11

Größenordnungen aus Projekten im Handwerk, keine repräsentative Erhebung. Der größte Absprung liegt zwischen den letzten beiden Zeilen, also im Formular selbst.

Wie lange dauert eine Bewerbung bei Ihnen?

Machen Sie den Test vom Handy, mit Stoppuhr. Wenn es länger als drei Minuten dauert, sprechen wir darüber. Dreißig Minuten, kostenlos.

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Fotos: was wirkt und was schadet

Bildmaterial aus Datenbanken erkennt jeder, und es sagt genau das Gegenteil dessen aus, was es soll: Wenn nicht einmal die Fotos echt sind, was ist dann echt?

Was wirkt:

  • Die Leute, mit denen man arbeiten wird, bei der Arbeit, nicht aufgereiht vor einer Wand
  • Die Fahrzeuge und die Ausrüstung. Im Handwerk ist das ein Argument, über das offen gesprochen wird
  • Der Aufenthaltsraum, die Werkstatt, der Hof. Wo verbringt man die Zeit zwischen den Einsätzen

Es braucht keinen Fotografen. Ein aktuelles Handy bei gutem Licht genügt, und der Vorteil echter Bilder überwiegt jede technische Schwäche.

Warum die eigene Adresse wichtig ist

Eine Karriereseite unter einer festen Adresse, etwa `/karriere/`, sammelt über Monate Sichtbarkeit. Sie wird verlinkt, sie taucht in der Suche auf, sie kann in jeder Anzeige und in jedem Aushang genannt werden.

Anzeigen auf Portalen verschwinden nach vier bis sechs Wochen mitsamt der Adresse. Was dort an Aufmerksamkeit entsteht, ist danach weg.

Deshalb die Reihenfolge: erst die eigene Seite, dann alles andere darauf verweisen lassen. Auch die Anzeige im Portal, auch der QR-Code auf dem Fahrzeug, auch der Beitrag im Unternehmensprofil.

Zitate von Kollegen sammeln, ohne dass es peinlich wird

Ein Satz von einem Gesellen wirkt stärker als drei Absätze vom Chef. Nur klingen die meisten dieser Sätze, als hätte sie die Personalabteilung geschrieben, weil sie es hat.

Was funktioniert: Stellen Sie drei Fragen und schreiben Sie die Antwort auf, wie sie kommt.

  1. Was hat dich hierher gebracht? Die Antwort ist selten „die Unternehmenskultur". Häufiger: kurzer Weg, ein Bekannter, das Fahrzeug.
  2. Was war die letzte Woche, die dir Spaß gemacht hat? Konkrete Baustelle, konkrete Aufgabe.
  3. Was würdest du jemandem sagen, der überlegt anzufangen? Hier kommt meistens der ehrlichste Satz.

Drei bis fünf solcher Zitate, mit Vorname, Alter und Betriebszugehörigkeit, tragen eine Karriereseite. Wichtig ist, sie nicht zu glätten. „Man muss früh raus, aber um halb fünf bin ich zu Hause" ist ein besserer Satz als jede Formulierung, die daraus ein Vorteilsargument macht.

Holen Sie sich für Foto und Zitat eine schriftliche Einwilligung. Das ist kein Papierkram, sondern schützt beide Seiten, wenn jemand den Betrieb verlässt.

Was mit Bewerberdaten passieren muss

Ein Bewerbungsformular sammelt personenbezogene Daten, teils sensible. Drei Punkte gehören geklärt, bevor es online geht:

  • Hinweis beim Absenden. Was mit den Daten passiert, wer sie sieht, wie lange sie bleiben. Ein Satz mit Verweis auf die Datenschutzerklärung genügt, wenn dort etwas dazu steht.
  • Aufbewahrung. Üblich sind sechs Monate nach Abschluss des Verfahrens, wegen möglicher Ansprüche nach dem AGG. Danach löschen, es sei denn, der Bewerber stimmt einer längeren Speicherung für künftige Stellen ausdrücklich zu.
  • Zugriff. Nicht jeder im Betrieb muss Bewerbungen einsehen können. Legen Sie fest, wer, und halten Sie sich daran.

Dazu ein praktischer Punkt, der oft übersehen wird: Wenn das Formular Anhänge zulässt, landen dort Lebensläufe mit Geburtsdatum, Foto und manchmal Gesundheitsangaben. Diese Dateien gehören nicht in ein allgemeines Postfach, auf das mehrere Personen Zugriff haben, sondern in einen Bereich mit klaren Rechten.

Häufige Fragen

Brauchen wir eine eigene Karriereseite, wenn wir nur selten suchen?

Gerade dann. Eine Seite, die es seit zwei Jahren gibt, wird gefunden, wenn Sie sie brauchen. Eine, die Sie im Bedarfsfall anlegen, ist erst nach Monaten sichtbar.

Sollen wir Gehälter wirklich veröffentlichen?

Eine Spanne, ja. Der Verlust an Verhandlungsspielraum ist kleiner als der Verlust an Bewerbungen, und Sie sparen Gespräche, die ohnehin am Gehalt gescheitert wären.

Was, wenn wir gerade keine Stelle frei haben?

Dann schreiben Sie das hin und bieten eine Initiativbewerbung an. Eine Karriereseite ohne Stellen ist besser als keine, sie zeigt, dass Sie einstellen, wenn sich jemand Passendes meldet.

Wie oft muss die Seite aktualisiert werden?

Die Stellen bei jeder Änderung, die Fotos einmal im Jahr. Ein Ansprechpartner, der nicht mehr im Betrieb ist, sagt mehr über den Betrieb als jeder Werbetext.

Was kostet so eine Seite?

Als Teil einer bestehenden Website ist es überschaubar. Der eigentliche Aufwand liegt nicht in der Technik, sondern im Sammeln der Inhalte, Fotos, Zitate, Zahlen. Damit rechnen wir üblicherweise zwei bis drei Wochen.

Der nächste Schritt

Öffnen Sie Ihre Karriereseite auf dem Handy und prüfen Sie die vier Fragen von oben. Welche wird nicht beantwortet? Dort fangen Sie an.

Unser Vorgehen steht unter Employer Branding für Industrie und Recruiting-Kampagnen. Verwandte Beiträge: Mitarbeiter finden im Handwerk und Stellenanzeige schreiben. Oder anrufen unter 07903 943946.

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