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Lokale Sichtbarkeit

Keyword-Recherche für den eigenen Ort

11 Minuten Lesezeit
Keyword-Recherche für den eigenen Ort, Beitrag aus der Kategorie Lokale Sichtbarkeit

Für die lokale Suchbegriffsrecherche genügen vier kostenlose Quellen: die eigenen Kundenanfragen, die Vorschläge der Suchmaschine beim Tippen, die Suchanfragen im Google-Unternehmensprofil und die Search Console. Bezahlte Werkzeuge liefern genauere Zahlen, ändern für einen regionalen Betrieb aber selten die Entscheidungen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die wichtigste Quelle sind die Formulierungen Ihrer eigenen Kunden.
  • Suchvolumen ist bei lokalen Begriffen oft niedrig und trotzdem wertvoll.
  • Ein Begriff mit 20 Suchen im Monat kann mehr wert sein als einer mit 2.000.
  • Ortsnamen gehören dazu, aber nicht in jeden Satz.
  • Ein Begriff, eine Seite. Nicht zehn Begriffe auf einer Seite.
  • Fragen sind Suchbegriffe: "was kostet", "wie lange dauert", "brauche ich".
  • Nach drei Monaten mit echten Daten aus der Search Console nacharbeiten.

Suchbegriffsrecherche klingt nach Werkzeugen mit Monatsgebühr. Für einen Betrieb mit regionalem Einzugsgebiet ist sie vor allem eines: Zuhören.

Die meisten Betriebe wissen bereits, wonach ihre Kunden suchen, sie hören es täglich am Telefon. Der Schritt, der fehlt, ist das Aufschreiben.

Quelle 1: Ihre eigenen Kunden

Die beste und am meisten unterschätzte Quelle.

Legen Sie zwei Wochen lang einen Zettel neben das Telefon und notieren Sie, mit welchen Worten Anrufer ihr Anliegen beschreiben. Wörtlich, nicht in Fachsprache übersetzt.

Was dabei herauskommt, ist regelmäßig aufschlussreich: Kunden sagen „Stromkasten" statt „Zählerschrank", „Sicherungen fliegen raus" statt „Fehlerstromschutzschalter löst aus", „neue Heizung" statt „Wärmeerzeuger". Und sie suchen genau mit diesen Worten.

Dasselbe gilt für E-Mails und Formularanfragen, dort steht die Formulierung ohnehin schriftlich.

Der Fehler, den fast alle machen: Auf der Website steht die Fachbezeichnung, weil sie korrekt ist. Beides geht: die Fachbezeichnung für die Genauigkeit, die Kundenformulierung in Überschrift und erstem Absatz.

Quelle 2: Die Suchmaschine selbst

Kostenlos, sofort verfügbar und näher an der Wirklichkeit als viele Werkzeuge.

Vorschläge beim Tippen. Geben Sie Ihre Hauptleistung ein und schauen Sie, was ergänzt wird. Tippen Sie dann Buchstabe für Buchstabe weiter, jede Ergänzung zeigt eine tatsächliche Suchgewohnheit.

„Ähnliche Fragen". Der Block mit aufklappbaren Fragen mitten in den Ergebnissen. Das sind reale Fragen, und jede davon ist ein möglicher Abschnitt auf Ihrer Seite.

Verwandte Suchanfragen am Ende der Ergebnisseite.

Wichtig: Machen Sie das in einem privaten Fenster und ohne Anmeldung, sonst beeinflusst Ihre eigene Suchgeschichte die Vorschläge. Und prüfen Sie, ob Ihr Standort richtig erkannt wird, bei lokalen Begriffen ändert das die Ergebnisse erheblich.

Quelle 3 und 4: Profil und Search Console

Das Google-Unternehmensprofil zeigt in seinen Statistiken, mit welchen Suchbegriffen Menschen auf das Profil gestoßen sind. Das sind echte Anfragen aus Ihrer Region, keine Schätzungen. Die Auswertung ist grob, aber sie beantwortet die entscheidende Frage: Suchen Menschen nach Ihrer Leistung oder nach Ihrem Namen?

Die Search Console zeigt dasselbe für Ihre Website: welche Suchanfragen zu Einblendungen geführt haben, wie oft geklickt wurde, an welcher Position Sie standen. Sie ist kostenlos, sie ist die verlässlichste Quelle überhaupt, und sie ist bei vielen Betrieben nicht eingerichtet.

Besonders wertvoll ist dort der Blick auf Suchanfragen mit vielen Einblendungen und wenigen Klicks: Dafür sind Sie sichtbar, aber Ihr Eintrag überzeugt nicht. Meist liegt es an Titel oder Beschreibung, und das ist in zehn Minuten geändert.

Die Search Console braucht Daten, also drei bis sechs Monate. Richten Sie sie deshalb heute ein, auch wenn Sie sie erst später auswerten.

Die vier Quellen im Vergleich
Eigene Kundenanfragensofort, sehr genau
Search Consolenach 3 Monaten
Profilstatistiksofort, grob
Vorschläge der Suchmaschinesofort, ohne Zahlen
Bezahlte Werkzeugegenaue Zahlen, wenig Zusatznutzen

Bewertung für regionale Betriebe. Bei überregionalem Wettbewerb verschiebt sich das Bild deutlich zugunsten der bezahlten Werkzeuge.

Suchvolumen richtig einordnen

Der häufigste Denkfehler bei lokalen Begriffen: Ein Werkzeug zeigt „30 Suchen im Monat", und der Begriff wird verworfen.

Drei Gründe, warum das falsch ist:

Lokale Zahlen sind ungenau. Werkzeuge runden und schätzen; bei kleinen Mengen ist die Schwankung groß. „30" kann in Wirklichkeit 10 oder 80 bedeuten.

Die Absicht zählt mehr als die Menge. Wer „Zählerschrank erneuern Kosten Backnang" sucht, hat ein konkretes Vorhaben. Zwanzig solcher Suchen im Monat sind mehr wert als zweitausend nach „Elektriker".

Der Wert eines Auftrags ist hoch. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert im vierstelligen Bereich genügt ein einziger gewonnener Auftrag im Jahr, um eine Seite zu rechtfertigen.

Die brauchbare Frage lautet deshalb nicht „wie viele suchen das", sondern „wer sucht das und was will er".

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Von Begriffen zu Seiten

Aus der gesammelten Liste wird eine Zuordnung. Die Regel dafür ist einfach und wird trotzdem selten befolgt:

Ein Suchanliegen, eine Seite. Wer nach „Wallbox montieren" und wer nach „Zählerschrank erneuern" sucht, will Unterschiedliches. Beides auf einer Seite bedeutet, dass keine der beiden Suchen gut bedient wird.

Varianten desselben Anliegens gehören zusammen. „Wallbox installieren", „Wallbox anschließen", „Ladestation montieren" sind dasselbe Anliegen. Eine Seite, in der die Varianten natürlich vorkommen.

Fragen werden zu Abschnitten. „Was kostet eine Wallbox-Montage", „Brauche ich eine Genehmigung", „Wie lange dauert das" sind Zwischenüberschriften auf dieser einen Seite, nicht drei eigene Seiten.

Der Ortsname kommt einmal in den Titel und ein- bis zweimal natürlich im Text. Mehr wirkt gezwungen und hilft nicht.

Ergebnis ist eine überschaubare Liste: drei bis acht Leistungsseiten, jede mit einem klaren Anliegen, jede mit vier bis sechs beantworteten Fragen.

Die vier Arten von Suchanfragen

Nicht jede Suchanfrage ist gleich viel wert. Wer die gesammelten Begriffe nach Absicht sortiert, weiß, welche Seite zuerst entstehen sollte.

Notfall. „Rohrbruch", „Heizung ausgefallen", „Stromausfall Haus". Hier wird sofort entschieden und beim ersten Anbieter angerufen, der erreichbar wirkt. Was zählt: Telefonnummer sichtbar, Erreichbarkeit angegeben, kurze Wege. Ein langer Text schadet hier eher.

Konkretes Vorhaben. „Wallbox montieren lassen", „Bad sanieren Kosten", „Zählerschrank erneuern". Der wertvollste Bereich für einen Handwerksbetrieb: Das Vorhaben steht fest, es wird verglichen. Hier gewinnt, wer den Ablauf erklärt und einen Preisrahmen nennt.

Orientierung. „Wärmepumpe oder Gasheizung", „Wallbox Förderung", „welche Dämmung". Der Suchende ist Monate vor der Entscheidung. Solche Seiten bringen selten sofort Anfragen, aber sie machen bekannt, und sie werden von Antwortmaschinen gern als Quelle genutzt.

Name. „Elektro Müller Backnang". Jemand sucht Sie konkret, meist wegen einer Empfehlung. Hier zählt, dass Profil und Website einen ordentlichen Eindruck machen und die Kontaktaufnahme leicht ist.

Die praktische Reihenfolge daraus: Wenn Sie Notdienst anbieten, hat die Notfall-Seite Vorrang, dort wird am schnellsten entschieden. Danach kommen die Seiten für konkrete Vorhaben, weil sie die Anfragen bringen, die Sie tatsächlich abarbeiten wollen. Orientierungsinhalte sind der dritte Schritt und lohnen sich erst, wenn die ersten beiden stehen.

Sortieren Sie Ihre Liste einmal nach diesen vier Arten. Die Verteilung sagt Ihnen mehr über Ihre nächsten Aufgaben als jede Suchvolumenzahl.

Häufige Fragen

Brauche ich ein kostenpflichtiges Werkzeug?

Für einen regionalen Betrieb selten. Die vier kostenlosen Quellen führen zu denselben Entscheidungen. Sinnvoll werden Werkzeuge, wenn Sie überregional antreten oder viele Standorte vergleichen.

Sollte ich Ortsnamen in jeden Text schreiben?

Nein. Einmal im Titel, einmal im ersten Absatz, dazu eine natürliche Erwähnung im Text. Aufzählungen von Nachbarorten am Seitenende wirken bei Lesern abstoßend und bringen wenig.

Was ist mit Begriffen, für die es kein Suchvolumen gibt?

Wenn Kunden sie am Telefon verwenden, gehören sie trotzdem auf die Seite. Werkzeuge zeigen kleine Mengen oft gar nicht an, das heißt nicht, dass niemand danach sucht.

Wie oft sollte ich das wiederholen?

Einmal jährlich, plus nach jeder neuen Leistung. Zusätzlich einmal im Quartal ein Blick in die Search Console, das dauert zehn Minuten.

Was, wenn ein Wettbewerber für alle Begriffe vorn steht?

Dann suchen Sie die Nischen: spezielle Leistungen, kleinere Orte im Umkreis, konkrete Fragen mit Preisbezug. Dort ist der Wettbewerb geringer und die Absicht der Suchenden klarer.

Der nächste Schritt

Legen Sie morgen den Zettel neben das Telefon. Zwei Wochen mitschreiben, wie Kunden ihr Anliegen nennen, das ist die Grundlage, die kein Werkzeug liefert. Und richten Sie heute die Search Console ein, damit in drei Monaten Daten vorliegen.

Weiterführend: SEO für Handwerker, Eine Seite je Ort und Sichtbarkeit messen. Wie wir das umsetzen, steht unter Local SEO und Google-Sichtbarkeit. Oder anrufen unter 07903 943946.

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