Eine Seite je Ort: wann das hilft und wann es schadet

Eine eigene Seite je Ort lohnt sich nur, wenn sie eigenen Inhalt hat: konkrete Projekte aus dem Ort, Anfahrt und Einsatzzeiten, ein Ansprechpartner. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, wertet Google als dünnen Inhalt, sie helfen nicht und können der ganzen Website schaden.
- Der Unterschied zwischen wirksam und schädlich ist eigener Inhalt, nicht die Zahl der Seiten.
- Drei gute Ortsseiten schlagen fünfzehn austauschbare, auch wirtschaftlich, weil sie weniger Pflege kosten.
- Eine Ortsseite braucht mindestens: ein Projekt vor Ort, Anfahrt und Einsatzgebiet, einen Ansprechpartner.
- Ohne echte Präsenz im Ort ist ein eigener Eintrag im Unternehmensprofil nicht zulässig, die Website-Seite dagegen schon.
- Sinnvolle Reihenfolge: erst die Orte, aus denen bereits Kunden kommen, dann die Wunschorte.
- Jede Ortsseite braucht eine eigene Adresse, einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung.
- Rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten, bis eine Ortsseite in der Suche trägt.
Fast jeder Betrieb mit einem Einzugsgebiet stellt sich diese Frage: Soll ich für jeden Ort eine eigene Seite anlegen? Die Antwort, die man am häufigsten hört, lautet ja, und sie stammt meistens von jemandem, der die Seiten verkaufen will.
Dieser Beitrag zieht die Grenze zwischen Ortsseiten, die Anfragen bringen, und solchen, die nur Arbeit machen.
Warum Ortsseiten überhaupt wirken
Wer „Elektriker Murrhardt" sucht, bekommt zwei Arten von Ergebnissen: den Kartenausschnitt mit drei Profilen und darunter die normale Liste. Im Kartenausschnitt entscheidet vor allem die Entfernung, darauf haben Sie keinen Einfluss.
In der Liste darunter entscheidet, welche Seite am besten zur Suche passt. Und eine Seite, die den Ort im Titel trägt und tatsächlich etwas über die Arbeit dort sagt, passt besser als eine allgemeine Leistungsseite.
Das ist der ganze Mechanismus. Er funktioniert, aber nur, solange die Seite tatsächlich etwas über den Ort aussagt.
Wann eine Ortsseite schadet
- Nur der Ortsname ist ausgetauscht
- „Wir sind auch in [Ort] für Sie da"
- Dieselben Bilder wie überall
- Keine Nennung konkreter Arbeiten
- Fünfzehn Seiten in einer Woche angelegt
- Zwei bis drei Projekte aus dem Ort
- Anfahrtszeit, Einsatzzeiten, Besonderheiten
- Fotos von einer Baustelle dort
- Konkrete Leistungen, die dort gefragt sind
- Drei Seiten, über Monate gewachsen
Google erkennt das Muster seit Jahren. Im günstigen Fall passiert schlicht nichts, die Seiten werden ignoriert. Im ungünstigen Fall wirkt sich eine große Zahl inhaltsarmer Seiten auf die Bewertung der gesamten Website aus.
Dazu kommt ein praktischer Punkt, der oft vergessen wird: Fünfzehn Ortsseiten müssen gepflegt werden. Ändert sich eine Telefonnummer oder eine Leistung, sind es fünfzehn Stellen.
Was auf eine Ortsseite gehört
Baustein 01 ist der, der eine Ortsseite von einer Textvariante unterscheidet. Ohne ihn ist der Rest Beiwerk.
Welche Orte lohnen sich bei Ihnen?
Bringen Sie die Postleitzahlen Ihrer letzten fünfzig Aufträge mit. Daraus wird in dreißig Minuten eine Reihenfolge. Kostenlos.
Analysegespräch buchenWelche Orte zuerst?
Nicht die größten, sondern die, aus denen bereits Kunden kommen. Der Grund ist einfach: Dort haben Sie Material, Projekte, Bilder, Stimmen. Und dort ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass jemand Sie ohnehin schon kennt.
So kommen Sie an die Reihenfolge:
- Postleitzahlen der letzten fünfzig Aufträge auswerten. Das dauert zwanzig Minuten und ist aussagekräftiger als jede Marktanalyse.
- Die drei häufigsten Orte nehmen. Für diese entstehen die ersten Seiten.
- Einen Wunschort ergänzen, in den Sie wachsen wollen, mit der Einschränkung, dass dort Material fehlt und die Seite entsprechend länger braucht.
Danach warten. Erst wenn diese Seiten Anfragen bringen, lohnt die nächste.
Erfahrungswerte aus Projekten mit regionalen Betrieben. Der Punkt: Wer nach vier Wochen keine Wirkung sieht, hat nichts falsch gemacht.
Was mit dem Unternehmensprofil zu tun ist
Hier wird regelmäßig etwas verwechselt: Eine Ortsseite auf Ihrer Website ist zulässig und sinnvoll, auch ohne Niederlassung dort. Ein zweiter Eintrag im Google-Unternehmensprofil ist es nicht.
Ein zusätzliches Profil setzt einen echten Standort voraus: eigene Adresse, Personal vor Ort, eigene Öffnungszeiten, Schild an der Tür. Ein Briefkasten oder die Adresse eines Bekannten reicht nicht und führt regelmäßig zur Sperrung, nicht nur des Zweitprofils, sondern manchmal auch des Hauptprofils.
Wer kein zweites Profil hat, trägt stattdessen im vorhandenen Profil das Einzugsgebiet ein. Das ist ausdrücklich vorgesehen und deckt genau diesen Fall ab.
Wie eine Ortsseite konkret aussieht
Ein Aufbau, der sich bewährt hat, am Beispiel eines Elektrobetriebs mit Sitz in Großerlach, Ortsseite für Murrhardt:
Überschrift: „Elektriker in Murrhardt und Umgebung"
Erster Absatz: Wie weit weg, wie schnell da, seit wann dort tätig. Zwei bis drei Sätze, konkret. „Von unserem Sitz in Großerlach sind wir in zwölf Minuten in Murrhardt. Seit 2019 arbeiten wir dort regelmäßig, überwiegend in der Sanierung im Bestand."
Was wir dort machen: Die Leistungen, die im Ort tatsächlich gefragt sind. In der Murrhardter Altstadt ist das etwas anderes als im Neubaugebiet.
Ein Projekt: „Sanierung der Elektroinstallation in einem Fachwerkhaus von 1908, Baujahr der letzten Installation 1978. Vier Wochen, bewohnt während der Arbeiten." Mit einem Foto.
Ansprechpartner: Name, Bild, Durchwahl.
Eine Stimme: Eine Bewertung eines Kunden aus dem Ort, wörtlich zitiert.
Verweise: Zur Leistungsseite und zu den benachbarten Ortsseiten.
Das sind rund 400 bis 600 Wörter, mehr braucht es nicht. Entscheidend ist, dass jeder Absatz etwas enthält, das auf keiner anderen Ortsseite steht.
Woran Sie merken, ob es funktioniert
Ortsseiten werden falsch gemessen. Wer nur auf den Rangplatz für „Elektriker Murrhardt" schaut, sieht ein Ergebnis, das vom Standort des Suchenden abhängt und täglich schwankt.
Drei Zahlen sagen mehr, und alle stehen in der Search Console:
- Impressionen für den Ortsnamen. Wird die Seite bei Suchen mit diesem Ort überhaupt angezeigt? Das ist die erste Schwelle, und sie wird meist nach vier bis acht Wochen erreicht.
- Klicks im Verhältnis zu Impressionen. Wenn die Seite oft erscheint, aber selten geklickt wird, stimmt der Titel oder die Beschreibung nicht.
- Anfragen mit Ortsbezug. Fragen Sie am Telefon nach: „Wie sind Sie auf uns gekommen?" Die Antwort ist unpräzise, aber sie ist die einzige, die zählt.
Und eine Beobachtung aus Projekten: Ortsseiten bringen selten viele Besucher. Sie bringen wenige, die genau passen. Eine Seite mit dreißig Aufrufen im Monat, aus denen zwei Anfragen entstehen, ist erfolgreicher als eine allgemeine Seite mit dreihundert Aufrufen ohne Anfrage.
Häufige Fragen
Wie viele Ortsseiten sind sinnvoll?
Für einen regionalen Betrieb meist drei bis sechs. Wer zwanzig anlegt, hat zwanzig Seiten zu pflegen und selten mehr Anfragen.
Dürfen sich Ortsseiten inhaltlich ähneln?
In Aufbau und Leistungsbeschreibung ja. Die Beispiele, Fotos, Anfahrt und Stimmen müssen sich unterscheiden, das ist der Inhalt, auf den es ankommt.
Was, wenn wir aus einem Ort noch keine Projekte haben?
Dann warten Sie damit. Oder Sie schreiben ehrlich, was Sie dort anbieten und wie schnell Sie da sind, ohne Beispiele zu erfinden.
Sollen die Ortsseiten in die Navigation?
Nicht unbedingt ins Hauptmenü. Eine Übersichtsseite „Einsatzgebiet" mit Verweisen auf alle Ortsseiten genügt und hält das Menü übersichtlich.
Bringt es etwas, den Ort in Titel und Überschrift zu nennen?
Ja, das ist die klarste Zuordnung. Aber einmal pro Element reicht, Häufung wirkt weder auf Menschen noch auf Suchmaschinen.
Der nächste Schritt
Werten Sie die Postleitzahlen Ihrer letzten fünfzig Aufträge aus. Die drei häufigsten Orte sind Ihre ersten drei Ortsseiten, und für diese haben Sie bereits alles, was hineingehört.
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