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Website & Technik

Website-Relaunch: die Checkliste, die Rankings rettet

10 Minuten Lesezeit
Website-Relaunch: die Checkliste, die Rankings rettet, Beitrag aus der Kategorie Website & Technik

Der häufigste Fehler bei einem Relaunch ist, dass alte Adressen ersatzlos verschwinden. Ohne Weiterleitungen verliert eine Website in wenigen Wochen einen erheblichen Teil ihrer Sichtbarkeit. Die zweitwichtigste Aufgabe: vorher messen, damit man hinterher weiß, ob es besser geworden ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • „website relaunch checkliste" wird rund 50 Mal im Monat gesucht, bei einem Wettbewerbsindex von 34 (eigene Auswertung über DataForSEO, August 2026).
  • Jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung mit Status 301 auf die passende neue, nicht pauschal auf die Startseite.
  • Vor dem Umzug alle Adressen und die aktuellen Zahlen sichern. Danach ist beides nicht mehr rekonstruierbar.
  • Die Testversion gehört gesperrt. Eine indexierte Testumgebung ist ein doppelter Inhalt der eigenen Seite.
  • Am Umstellungstag prüfen: Weiterleitungen, robots.txt, Sitemap, Formulare, Zertifikat.
  • Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen Schwankung, bevor sich die Sichtbarkeit einpendelt.
  • Ein Relaunch ohne Messung vorher ist ein Umbau ohne Vorher-Bild.

Ein Relaunch ist der Moment, in dem eine Website entweder einen Sprung macht oder Jahre an aufgebauter Sichtbarkeit verliert. Der Unterschied liegt selten in der Gestaltung, sondern in einer Handvoll technischer Schritte, die niemand sieht.

Diese Liste ist die, die wir selbst abarbeiten, in der Reihenfolge, in der sie abgearbeitet gehört.

Vor dem Umbau: sichern und messen

Was jetzt nicht festgehalten wird, ist nach dem Umzug verloren:

  1. Alle Adressen auflisten. Aus der Sitemap, aus der Suchkonsole, aus der Statistik. Auch die, an die niemand mehr denkt: alte Aktionsseiten, PDF-Dateien, Bilder mit eigener Adresse.
  2. Die Adressen mit Zugriffen markieren. Welche Seiten bringen tatsächlich Besucher? Diese haben Vorrang bei den Weiterleitungen.
  3. Aktuelle Zahlen sichern. Zugriffe je Monat, Anfragen, Rangplätze für die wichtigsten Begriffe, Core Web Vitals. Als Bildschirmfoto mit Datum.
  4. Eine vollständige Sicherung der alten Seite. Dateien und Datenbank, an einem Ort, an dem sie ein Jahr liegen bleiben kann.

Punkt 3 wird am häufigsten übersprungen, und dann ist die Frage „Ist es besser geworden?" nach dem Umzug nicht mehr beantwortbar.

Warum Weiterleitungen alles entscheiden

Eine Adresse, die es nicht mehr gibt, ist für Google eine Sackgasse. Alles, was diese Seite an Vertrauen aufgebaut hat, Verweise von anderen Seiten, Position in den Ergebnissen, verfällt.

Eine 301-Weiterleitung sagt: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, hierhin. Der größte Teil des aufgebauten Werts wandert mit.

Zwei Regeln, die regelmäßig verletzt werden:

  • Ziel muss passen. Die alte Seite über Wärmepumpen leitet auf die neue Seite über Wärmepumpen, nicht auf die Startseite. Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite wertet Google wie eine Fehlerseite.
  • Keine Ketten. Alt → mittel → neu kostet bei jedem Schritt. Leiten Sie direkt auf das Endziel.

Behalten Sie die Weiterleitungen mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Sie kosten nichts und fangen jeden alten Verweis ab.

Der Umstellungstag, in fünf Schritten
01Weiterleitungen scharf schaltenVorher auf der Testumgebung geprüft, Liste vollständig abgearbeitet.
02Sperre entfernenrobots.txt und noindex der Testversion müssen weg, sonst ist die neue Seite unsichtbar.
03Sitemap einreichenNeue Sitemap erzeugen und in der Suchkonsole vorlegen.
04Formulare testenJedes Formular einmal absenden. Kommt die Nachricht an, und wo?
05Zertifikat und Umleitung prüfenhttps erzwungen, mit und ohne www führen auf dieselbe Adresse.

Schritt 02 ist der teuerste Fehler überhaupt: Eine neue Seite, die per noindex gesperrt bleibt, verschwindet innerhalb von Tagen vollständig aus der Suche.

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Was in den ersten vier Wochen zu prüfen ist

Normal und nicht normal nach dem Umzug
Handlungsbedarf
  • Zugriffe brechen dauerhaft um mehr als ein Drittel ein
  • Viele Fehlerseiten in der Suchkonsole
  • Die Startseite verschwindet aus der Suche
  • Formulare kommen nicht an

Sehen Sie in den ersten vier Wochen einmal wöchentlich in die Suchkonsole. Zwei Berichte genügen: Abdeckung, welche Seiten sind aufgenommen, welche nicht, und Leistung im Vergleich zum Vormonat.

Die Fehler, die wir am häufigsten sehen

  • Die Testversion bleibt online und indexiert. Dann steht dieselbe Website zweimal im Netz. Testumgebungen gehören mit Passwort geschützt, nicht nur mit noindex.
  • Inhalte werden „bei der Gelegenheit" gekürzt. Wer 30 Seiten auf 8 reduziert, verliert die Sichtbarkeit der 22 gelöschten. Wenn kürzen, dann bewusst und mit Weiterleitung.
  • Adressen ändern sich ohne Grund. Aus `/leistungen/heizung/` wird `/unsere-leistungen/heizungsbau/`. Jede geänderte Adresse kostet Aufwand, ändern Sie nur, was inhaltlich falsch ist.
  • Das Zertifikat fehlt am Umstellungstag. Eine Warnung im Browser kostet mehr Vertrauen als jede Gestaltung bringt.
  • Niemand hat die Formulare getestet. Der Klassiker: Die Website läuft, und drei Wochen später fällt auf, dass keine einzige Anfrage angekommen ist.

Die Weiterleitungsliste aufstellen

Das ist die eigentliche Arbeit eines Relaunchs, und sie lässt sich nicht delegieren, jedenfalls nicht ohne jemanden, der die Inhalte kennt.

So gehen wir vor:

  1. Adressen zusammentragen. Aus der Sitemap, der Suchkonsole, der Statistik der letzten zwölf Monate und aus den Verweisen anderer Seiten. Doppelte entfernen.
  2. Nach Zugriffen sortieren. Die obersten fünfzig Adressen bekommen ein von Hand geprüftes Ziel. Der Rest wird nach Muster zugeordnet.
  3. Je Adresse ein Ziel eintragen. Zwei Spalten in einer Tabelle: alt, neu. Wo es keinen Nachfolger gibt, kommt die thematisch nächstgelegene Seite, nicht die Startseite.
  4. Auf der Testumgebung prüfen. Jede Zeile einmal aufrufen und sehen, wo man landet.
  5. Nach dem Umzug stichprobenartig nachprüfen, besonders die zwanzig meistbesuchten Adressen.

Bei einer Betriebswebsite mit dreißig Seiten ist das ein halber Tag. Bei einem gewachsenen Auftritt mit dreihundert Adressen sind es zwei Tage, und diese zwei Tage sind der Unterschied zwischen einem geglückten und einem teuren Umzug.

Was Sie bei der Gelegenheit mitnehmen sollten

Ein Relaunch ist der günstigste Zeitpunkt für Dinge, die sonst nie erledigt werden, weil ohnehin jede Seite angefasst wird:

  • Überschriftenstruktur aufräumen. Eine h1 je Seite, keine übersprungenen Ebenen. Kostet beim Neubau nichts und ist nachträglich mühsam.
  • Bilder in modernen Formaten ausliefern. WebP statt PNG spart bei Betriebswebsites regelmäßig die Hälfte des Datenvolumens.
  • Strukturierte Daten setzen. LocalBusiness mit Adresse und Öffnungszeiten, FAQPage bei häufigen Fragen.
  • Barrierefreiheit prüfen. Kontraste und Tastaturbedienung sind beim Neubau eine Entscheidung, im Bestand eine Nachbesserung.
  • Alte Einbindungen entfernen. Chatfenster, Zählpixel, Kartendienste, die niemand mehr braucht und die Daten übertragen.

Der letzte Punkt lohnt fast immer: In gewachsenen Websites finden sich regelmäßig Einbindungen, die vor Jahren jemand eingebaut hat und die seitdem bei jedem Seitenaufruf Daten an Dritte senden, mit allem, was das für die Einwilligungspflicht bedeutet.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich die Sichtbarkeit erholt?

Bei sauberer Umsetzung vier bis acht Wochen. Wenn nach drei Monaten deutlich weniger Zugriffe kommen als vorher, liegt ein Fehler vor, kein Anlaufen.

Sollen wir die Adressen beibehalten?

Wo möglich, ja. Jede beibehaltene Adresse ist eine Weiterleitung weniger und ein Risiko weniger.

Können wir schrittweise umstellen?

Bei größeren Websites ist das oft der ruhigere Weg: erst ein Bereich, dann der nächste. Bei einer Betriebswebsite mit zehn Seiten lohnt der Aufwand selten.

Was ist mit alten PDF-Dateien?

Die werden regelmäßig vergessen und sind oft gut verlinkt. Entweder mit umziehen oder weiterleiten, löschen ohne Ersatz ist die schlechteste Variante.

Brauchen wir eine neue Datenschutzerklärung?

Sobald sich Technik oder eingebundene Dienste ändern, ja. Ein Relaunch ist der richtige Zeitpunkt, sie ohnehin einmal zu prüfen.

Der nächste Schritt

Wenn ein Relaunch ansteht: Ziehen Sie zuerst die Liste aller Adressen aus der Suchkonsole und machen Sie ein Bildschirmfoto Ihrer aktuellen Zahlen. Zwanzig Minuten Arbeit, die den Unterschied zwischen einem beurteilbaren und einem unbeurteilbaren Umbau ausmachen.

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